»Glück entsteht oft

durch Aufmerksamkeit

in kleinen Dingen.«

Navi recht

Psychologische Schmerztherapie

Während der akute Schmerz die wichtige Aufgabe hat, vor Schädigung zu warnen und die körperliche Unversehrtheit des Organismus wieder herzustellen, geht diese Funktion verloren, wenn Schmerzen lange andauern oder immer wieder zurückkehren. Durch diesen Funktionsverlust wird der chronische Schmerzzustand vom Symptom zur eigenständigen Krankheit. Das Leiden an chronischen Schmerzen bezieht sich jedoch nicht nur auf das Schmerzerleben selbst. Das plötzliche Auftreten und die scheinbare Unkontrollierbarkeit des chronischen Schmerzes beeinträchtigt zusätzlich die psychische Belastbarkeit. Negative Bewertungen laufen auf gedanklicher Ebene bald nahezu automatisch ab und führen zu Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Traurigkeit, aber auch Ärger oder Angst vor neuen Schmerzen. Die Fülle an unangenehmen Emotionen verstärkt über Muskelverspannungen und Schmerzfokussierung nicht nur das Schmerzerleben, sondern führt auch zu Rückzug und Einengung der Lebensperspektive. Gibt es schmerzfreie Intervalle, wie z.B. bei Migräne, reagieren Patienten häufig mit Überaktivität, um das Versäumte nachzuholen. Die darauf folgende Überforderung trägt, zeitverzögert, wiederum zur Chronifizierung bei.

In der psychologischen Schmerztherapie werden die individuellen Faktoren aufgedeckt, die das Schmerzerleben verstärken oder aufrechterhalten. Ziel ist es, die bestmögliche Anpassung an die Schmerzen durch Veränderung von dysfunktionalen Verhaltens- und Denkmustern zu erreichen. Teilziele können dabei sein: die eigene Entspannungsfähigkeit zu verbessern, die Selbstwahrnehmung zu stärken, das Genusserleben zu reaktivieren, bereits bestehende Kompetenzen und Ressourcen auszubauen, Vermeidungsmechanismen und angstinduzierende Gedankengänge abzubauen, die Selbstbehauptung und soziale Kompetenz zu stärken, die Entwicklung einer realistischen Zukunftsperspektive zu unterstützen und vieles mehr.

Die psychologische Schmerztherapie wird bei uns nach den Richtlinien einer Verhaltenstherapie durchgeführt und muss zuerst bei Ihrer Krankenkasse beantragt werden. In der Regel werden ca. 45 Therapiesitzungen benötigt, die zunächst wöchentlich stattfinden. Hat sich eine Verbesserung eingestellt, werden die Abstände der Sitzungen vergrößert.